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Akademikerinnen in Informatik-Berufen

Sechs von zehn Frauen in IT-Berufen sind Akademikerinnen. Insgesamt stellen Frauen dennoch nur gut ein Fünftel der akademisch qualifizierten IT-Beschäftigten. Die Daten zeigen, in welchen Altersgruppen, Tätigkeitsfeldern und Anforderungsniveaus Akademikerinnen besonders vertreten sind und wie sich ihre Beteiligung im Zeitverlauf entwickelt hat. 

Akademisch qualifizierte Beschäftigte spielen eine wichtige Rolle für die Entwicklung der IT in Deutschland. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Informations- und Kommunikationstechnik-Berufen (IKT-Berufe) ist zwischen 2015 und 2025 von rund 687.000 auf 1,15 Millionen gestiegen. Gleichzeitig hat die Bedeutung akademischer Qualifikationen deutlich zugenommen: Der Anteil der IT-Beschäftigten mit Fachhochschul- oder Hochschulabschluss stieg im selben Zeitraum von 43 auf 52 Prozent.1

Für Frauen in der IT stellt ein Hochschulabschluss einen wichtigen Zugangskanal dar, da sie zuletzt in Informatik- und IT-nahen Studiengängen mit 23,2 Prozent deutlich stärker vertreten waren als in den entsprechenden Ausbildungsberufen mit 12,4 Prozent. (Ausführlichere Informationen zur Beteiligung von Frauen in IT-Studiengängen und Ausbildungsberufen finden sich in den Daten-Specials zu Studium und Ausbildung)

Starke Veränderungen im Frauenanteil bei jüngeren Akademiker*innen

Zwischen 2015 und 2025 stieg der Frauenanteil unter Akademiker*innen in IT-Berufen in fast allen Altersgruppen. Besonders eindeutig entwickelte sich die Beteiligung von Frauen bei den jüngeren Beschäftigten, während die Anteile in den höheren Altersklassen deutlich langsamer zunahmen oder weitgehend konstant blieben.

Den stärksten Anstieg verzeichnete die Altersgruppe der 25- bis unter 35-Jährigen. Hier erhöhte sich der Frauenanteil von 20,2 Prozent im Jahr 2015 auf knapp 27,8 Prozent im Jahr 2025. Damit wiesen die jüngsten Akademiker*innen nicht nur den höchsten Frauenanteil auf, sondern auch den größten Zuwachs des Frauenanteils innerhalb der letzten zehn Jahre.  Auch bei den 35- bis unter 45-jährigen Akademiker*innen in IT-Berufen zeigt sich ein klarer Aufwärtstrend. Der Frauenanteil stieg von 15,9 Prozent auf 22,3 Prozent und legte damit innerhalb von zehn Jahren um mehr als sechs Prozentpunkte zu. Weniger eindeutig verlief die Entwicklung bei den 45- bis unter 55-Jährigen. Nach einem nahezu unveränderten Frauenanteil zwischen den Jahren 2015 und 2020 erhöhte sich dieser bis 2025 lediglich von 15,6 auf 17,6 Prozent. In der Gruppe der 55- bis unter 65-Jährigen blieb der Frauenanteil nahezu unverändert. Er bewegte sich hier über den gesamten betrachteten Zeitraum hinweg bei rund 15 Prozent und stieg zwischen 2015 und 2025 lediglich um 0,1 Prozentpunkt von 15,3 auf 15,4 Prozent. 

Im Vergleich zum gesamten IT-Arbeitsmarkt wiesen Akademiker*innen insbesondere in den jüngeren Altersgruppen höhere Frauenanteile auf (vergleiche Daten-Special zur Altersverteilung von Frauen in Informatik-Berufen). So lag der Frauenanteil bei den 25- bis unter 35-Jährigen im Jahr 2025 mit 27,8 Prozent deutlich über dem Wert aller sozialversicherungspflichtig IT-Beschäftigten (22,3 Prozent). Bei den 55- bis unter 65-Jährigen zeigt sich dagegen ein umgekehrtes Bild: Hier lag der Frauenanteil unter den Akademiker*innen mit 15,4 Prozent leicht unter dem Wert aller IT-Beschäftigten von 16,6 Prozent.  

Der Unterschied zwischen zwischen der jüngsten und der ältesten Akademikerinnengruppe beträgt gut zwölf Prozentpunkte. Damit fällt er deutlich größer aus als der Zuwachs beim Frauenanteil in der IT insgesamt. Hier beträgt die Differenz weniger als sechs Prozentpunkte. 

Insgesamt spricht dieses Muster dafür, dass sich der Zugang von Frauen zu akademischen IT-Berufen in den vergangenen Jahrzehnten etwas verbessert hat und jüngere Kohorten mit höheren Frauenanteilen in den Arbeitsmarkt eintreten als bei den vorherigen Generationen. 


Höhere Frauenanteile auf allen Anforderungsniveaus

Der Frauenanteil unter Akademikerinnen in Informatik-Berufen stieg zwischen 2015 und 2025 auf allen Anforderungsniveaus. Frauen konnten vor allem in hochqualifizierten Tätigkeitsfeldern an Bedeutung gewinnen.

Mit den verschiedenen Anforderungsniveaus der Bundesagentur für Arbeit wird die Komplexität der beruflichen Tätigkeiten beschrieben. Fachkräfte übernehmen fachlich ausgerichtete Aufgaben, Spezialist*innen bearbeiten komplexe Tätigkeiten, die vertieftes Fachwissen erfordern. Das Anforderungsniveau der Expert*innen zeichnet sich durch hoch komplexe Aufgaben aus, die umfangreiche wissenschaftliche oder spezialisierte Qualifikationen voraussetzen.* 

Zwischen 2015 und 2025 stieg der Frauenanteil unter Akademiker*innen in Informatik-Berufen auf allen Anforderungsniveaus. Im Jahr 2025 war hier sowohl bei den Fachkräften als auch bei den Spezialist*innen bereits rund jede vierte Stelle von einer Frau besetzt.*

Bei den Fachkräften erhöhte sich der Frauenanteil von 20,3 Prozent im Jahr 2015 auf 25,6 Prozent im Jahr 2025. Obwohl dieser Anstieg etwas geringer ausfiel als bei den anderen Anforderungsniveaus, erreichten Akademikerinnen 2025 hier die höchste Beteiligung.

Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich bei den Spezialist*innen. Hier stieg der Frauenanteil von 19,7 Prozent auf 25,1 Prozent an. Die höhere Beteiligung von Frauen bei den Spezialist*innen dürfte damit zusammenhängen, dass viele akademische IT-Berufe auf diesem Niveau angesiedelt sind und spezialisierte Fachkenntnisse erfordern, ohne zwingend eine Expert*innenposition vorauszusetzen.

Unter den Expert*innen fiel der Frauenanteil zwar weiterhin niedriger aus, zugleich war hier jedoch die stärkste Entwicklung zu beobachten. Zwischen 2015 und 2025 stieg der Anteil von Frauen von 13,8 auf 19,7 Prozent und damit um fast sechs Prozentpunkte. Auch wenn Frauen im höchsten Anforderungsniveau weiterhin klar unterrepräsentiert sind, deutet diese Entwicklung darauf hin, dass sie zunehmend auch in hochqualifizierte und besonders anspruchsvolle IT-Tätigkeiten vordringen.

Verglichen mit dem gesamten IT-Arbeitsmarkt wiesen akademisch qualifizierte Beschäftigte im Jahr 2025 auf allen Anforderungsniveaus höhere Frauenanteile auf (vergleiche Daten-Special zu Frauen in Informatik-Berufen nach Anforderungsniveau). Besonders ausgeprägt war der Unterschied bei den Fachkräften: Mit 25,6 Prozent lag der Frauenanteil hier bei den Akademiker*innen rund zehn Prozentpunkte über dem Anteil bei allen IT-Beschäftigten. Dies dürfte auch darauf zurückzuführen sein, dass Frauen in Informatik- und IT-nahen Studiengängen deutlich stärker vertreten sind als in IT-Ausbildungsberufen und deshalb häufiger über akademische als über berufliche Bildungswege in die IT gelangen. 

Auffällig ist zudem, dass sich die Frauenanteile von Fachkräften und Spezialist*innen unter den Akademiker*innen kaum unterschieden und beide deutlich über dem Anteil unter Expert*innen lagen. Im gesamten IT-Arbeitsmarkt zeigt sich dagegen ein anderes Muster: Dort wiesen Spezialist*innen den höchsten Anteil an Frauen auf, während die Fachkräfte mit einem Frauenanteil von 16,3 Prozent im Jahr 2025 das Schlusslicht bildeten. Der Vergleich macht deutlich, dass eine akademische Qualifikation die Beteiligung von Frauen über alle Anforderungsniveaus hinweg fördert, aber insbesondere auf dem niedrigsten Niveau – bei den Fachkräften – zu einer stärkeren Präsenz von Frauen beiträgt. 

* Das Anforderungsniveau „Fachkraft” umfasst beispielsweise Berufe wie Fachkraft für Systemintegration oder IT-System-Kaufmann/-frau. Wer einen Bachelor in Wirtschaftsinformatik vorweisen kann oder als Data Analyst*in arbeitet, gehört zu den Spezialist*innen. Dem höchsten Anforderungsniveau Expert*innen werden zum Beispiel KI-Engineers oder IT-Anwendungsberater*innen zugeordnet.


Auch Akademikerinnen bleiben in Softwarentwicklung und Programmierung deutlich unterrepräsentiert

Während der Frauenanteil unter akademisch qualifizierten IT-Beschäftigten in allen Berufsgruppen zunahm, zeigen sich weiterhin deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Tätigkeitsfeldern. Die größten Fortschritte wiesen die Bereiche IT-Systemanalyse, Anwenderberatung und IT-Vertrieb auf, während die Softwareentwicklung und Programmierung trotz eines leichten Anstiegs weiterhin den niedrigsten Frauenanteil hat.

Die stärkste Entwicklung verzeichnete die Berufsgruppe “IT-Systemanalyse, Anwenderberatung, IT-Vertrieb”.* Hier stieg der Frauenanteil bei den Akademiker*innen von 19,1 Prozent im Jahr 2015 auf 27,2 Prozent im Jahr 2025. Damit wies diese Berufsgruppe nicht nur den größten Zuwachs auf, sondern erreichte auch den höchsten Frauenanteil unter den betrachteten IT-Berufen.  

Auch in der Berufsgruppe “Informatik” entwickelte sich der Frauenanteil positiv. Er stieg von 20,6 Prozent im Jahr 2015 auf 26,0 Prozent im Jahr 2025 und lag damit nur knapp unter dem Wert der Berufsgruppe „IT-Systemanalyse, Anwenderberatung, IT-Vertrieb“. Die Daten zeigen, dass Akademikerinnen inzwischen auch in den klassischen Informatikberufen deutlich stärker vertreten sind als noch vor zehn Jahren. 

Eine ähnlich positive Entwicklung zeigt sich im Bereich “IT-Netzwerktechnik, -Koordination, -Administration und -Organisation”. Der Frauenanteil erhöhte sich hier von 16,7 Prozent auf 23,8 Prozent und legte damit um mehr als 7 Prozentpunkte zu.  

Deutlich niedriger fiel der Frauenanteil unter den Akademiker*innen in der Berufsgruppe “Softwareentwicklung und Programmierung” aus. Zwar stieg er zwischen 2015 und 2025 von 13,0 Prozent auf 15,9 Prozent, die Zunahme verlief jedoch deutlich geringer als in den übrigen Berufsgruppen. Damit bleibt die Softwareentwicklung auch unter Akademiker*innen der Bereich mit der geringsten Beteiligung von Frauen.  

Im Vergleich zum gesamten IT-Arbeitsmarkt zeigten sich im Jahr 2025 in allen Berufsgruppen höhere Frauenanteile bei den Akademiker*innen (vergleiche Daten-Special zu Frauen in Informatik-Berufen). Besonders deutlich wird dies in der Berufsgruppe „Informatik“, wo der Frauenanteil mit 26,0 Prozent mehr als fünf Prozentpunkte über dem Wert aller Beschäftigten lag. Noch größer fiel der Abstand in der „IT-Netzwerktechnik, -Koordination, -Administration und -Organisation“ aus: Hier übertraf der Frauenanteil unter Akademikerinnen den Wert im gesamten IT-Arbeitsmarkt um mehr als sechs Prozentpunkte. 

Trotz dieser Unterschiede zeigt sich bei Akademiker*innen sowie bei Frauen im gesamten IT-Arbeitsmarkt dasselbe Grundmuster: Die höchsten Frauenanteile fanden sich in der IT-Systemanalyse, Anwenderberatung und im IT-Vertrieb, während die Softwareentwicklung und Programmierung die Berufsgruppe mit der geringsten Repräsentanz von Frauen blieb. Die akademische Qualifikation ging zwar in allen IT-Berufsgruppen mit einer stärkeren Beteiligung von Frauen einher, die Unterschiede zwischen den einzelnen Berufsfeldern blieben jedoch weiter bestehen.

* Informatik-, Informations- und Kommunikationstechnologieberufe lassen sich vier verschiedenen Arbeitsschwerpunkten zuordnen. Zur Berufsgruppe „Informatik“ gehören Berufe in den Bereichen Wirtschaftsinformatik, Technische Informatik, Bio-, Medizininformatik, Geoinformatik und Medieninformatik. Ein zweiter Schwerpunkt umfasst Berufe in den Bereichen IT-Systemanalyse, IT-Anwendungsberatung und IT-Vertrieb. Zu der dritten Berufsgruppe zählen Berufe in den Bereichen IT-Netzwerktechnik, IT-Koordination, IT-Administration und IT-Organisation, die vierte umfasst alle Berufe in der Softwareentwicklung und in der Programmierung.2

Quellen

1 Bundesagentur für Arbeit – Statistik (2026): Blickpunkt Arbeitsmarkt: Akademikerinnen und Akademiker, Kapitel 2.2 Informatik.

2 Bundesagentur für Arbeit – Statistik/Arbeitsmarktberichterstattung (2020): Klassifikation der Berufe 2010 – überarbeitete Fassung 2020, Systematisches Verzeichnis.

Hinweise zu den Daten

Anleitung zum Download der Grafik und Daten:

Die Grafiken und die zu Grunde liegenden Daten können jeweils durch einen Linksklick auf die drei Striche rechts oben am Rand der Grafik heruntergeladen werden. Bei Weiterverwendung der Grafiken oder Daten bitten wir um Angabe der Quellen. 

Datenquellen:

Beschäftigte in Informatik- und anderen IKT-Berufen insgesamt: Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) 2026: Datenbank Beschäftigung

Anmerkungen:

Die Angaben beziehen sich jeweils auf den Stand im Dezember des entsprechenden Jahres.