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Frauen in Informatik-Berufen nach Anforderungsniveau

Fachkraft, Spezialistin oder Expertin? Auf welchem Anforderungsniveau arbeiten Frauen in der IT? Die folgenden Daten zeigen Verteilungen und Trends von 2015 bis heute.

Leicht steigende Frauenanteile auf allen Anforderungsniveaus

Zwischen 2015 und 2025 stieg der Frauenanteil in Informatik- und anderen IKT-Berufen über alle Anforderungsniveaus hinweg kontinuierlich an. Die größte Zunahme verzeichneten die Expertinnen. Insgesamt fiel die Entwicklung jedoch moderat aus, insbesondere auf Fachkraftebene.

Mit den verschiedenen Anforderungsniveaus der Bundesagentur für Arbeit wird die Komplexität der beruflichen Tätigkeiten beschrieben. Fachkräfte übernehmen fachlich ausgerichtete Aufgaben, Spezialist*innen bearbeiten komplexe Tätigkeiten, die vertieftes Fachwissen erfordern. Das Anforderungsniveau der Expert*innen zeichnet sich durch hoch komplexe Aufgaben aus, die umfangreiche wissenschaftliche oder spezialisierte Qualifikationen voraussetzen. * 

Bei den Fachkräften stieg der Frauenanteil zwischen 2015 und 2025 von 14,9 auf 16,3 Prozent. Dies entspricht einem vergleichsweise moderaten Anstieg. 

Etwas größere Veränderungen gab es im gleichen Zeitraum bei den Spezialist*innen. Hier stieg der Frauenanteil von 17,4 auf 20,3 Prozent. Zuletzt war damit etwa jede fünfte Stelle in dieser Gruppe von einer Frau besetzt. Im Vergleich zu den anderen Anforderungsniveaus wiesen die Spezialist*innen somit den höchsten Frauenanteil auf.

Mit einem Zuwachs von 4,1 Prozentpunkten fiel der Anstieg bei den Expert*innen stärker aus als bei den Spezialistinnen und den Fachkräften: Innerhalb von zehn Jahre stieg der Frauenanteil von 14,0 auf 18,1 Prozent. Seit 2018 liegt der Frauenanteil bei den Expert*innen konstant über dem Frauenanteil bei den Fachkräften.

* Das Anforderungsniveau „Fachkraft” umfasst beispielsweise Berufe wie Fachkraft für Systemintegration oder IT-System-Kaufmann/-frau. Wer einen Bachelor in Wirtschaftsinformatik vorweisen kann oder als Data Analyst*in arbeitet, gehört zu den Spezialist*innen. Dem höchsten Anforderungsniveau Expert*innen werden zum Beispiel KI-Engineers oder die IT-Anwendungsberater*innen zugeordnet.


Frauen arbeiten häufiger als Spezialistinnen oder Expertinnen

Frauen sind vor allem in den höheren Anforderungsniveaus stärker vertreten. Am höchsten ist ihr Anteil bei den Spezialist*innen, während er bei den Fachkräften deutlich niedriger ausfällt.

Auf die beiden höheren Anforderungsniveaus entfielen zusammen gut 186.000 Frauen. Demgegenüber arbeiteten auf Fachkraftebene lediglich knapp 32.000 Frauen. Damit waren fast sechs Mal so viele Frauen als Spezialistinnen oder Expertinnen tätig wie als Fachkräfte.

Die Beteiligung von Frauen auf Fachkraftebene blieb damit sowohl in absoluten als auch in relativen Zahlen hinter den beiden höheren Anforderungsniveaus zurück. Im Jahr 2025 waren hier knapp 31.970 Frauen beschäftigt, was einem Frauenanteil von 16,3 Prozent entspricht. Dies dürfte auch damit zusammenhängen, dass Tätigkeiten auf Fachkraftebene häufiger über eine berufliche Ausbildung als über ein Hochschulstudium ausgeübt werden. Da Frauen in Informatik-Ausbildungsberufen bislang noch seltener vertreten sind als in informatiknahen Studiengängen, spiegelt sich dies auch in den Beschäftigtenzahlen der Fachkräfte wider.

Bei den beiden höheren Anforderungsniveaus zeigte sich dagegen ein größeres Beschäftigungsvolumen von Frauen bei gleichzeitig höheren Frauenanteilen. Unter den rund 484.000 Spezialist*innen waren knapp 100.000 Frauen beschäftigt, was einem Frauenanteil von 20,3 Prozent entspricht. Damit verzeichnet dieses Anforderungsniveau sowohl die höchste Zahl beschäftigter Frauen als auch den höchsten Frauenanteil.

Mit rund 486.000 Beschäftigten bildeten die Expert*innen die größte Beschäftigtengruppe. Die Zahl der Frauen lag hier im Jahr 2025 bei etwa 88.200 und damit um 10.000 unter dem Wert der Spezialist*innen. Entsprechend fiel auch der Frauenanteil mit 18,1 Prozent etwas geringer aus.


Spezialist*innen weisen auch in allen IT-Berufsgruppen den höchsten Frauenanteil auf

Auch über alle IT-Berufsgruppen hinweg weisen Spezialist*innen den höchsten Frauenanteil auf.

Die Rangfolge der Fachkräfte und Expert*innen unterscheidet sich hingegen zwischen den Berufsgruppen.

Die höchsten Frauenanteile über alle Anforderungsniveaus hinweg verzeichnete im Jahr 2025 die Berufsgruppe „IT-Systemanalyse, Anwenderberatung und IT-Vertrieb“. Unter den Spezialist*innen war etwa jede vierte Stelle (25,4 Prozent) mit einer Frau besetzt. Mit 23,9 Prozent bei den Expert*innen und 22,7 Prozent bei den Fachkräften lagen die Frauenanteile auch in den übrigen Anforderungsniveaus vergleichsweise hoch.

Besonders ausgeprägt waren die Unterschiede in der Berufsgruppe „Informatik“: Der Frauenanteil der Spezialist*innen lag mit 23,5 Prozent mehr als sieben Prozentpunkte über demjenigen der Fachkräfte. Bei den Expert*innen machten Frauen 22,6 Prozent aus. Bei den Fachkräften fiel der Frauenanteil mit 16,3 Prozent hingegen deutlich niedriger aus.

Deutlich geringere Frauenanteile fanden sich dagegen in den beiden übrigen Berufsgruppen. Sowohl in der „IT-Netzwerktechnik, -koordination, -administration und -organisation“ als auch in der „Softwareentwicklung und Programmierung“ blieb der Frauenanteil in allen Anforderungsniveaus unter 20 Prozent.

Zwar stellten auch dort die Spezialist*innen jeweils die Gruppe mit dem höchsten Frauenanteil, die Rangfolge der übrigen Anforderungsniveaus unterschied sich jedoch: In der Berufsgruppe „IT-Netzwerktechnik, -koordination, -administration und -organisation“ folgten die Expertinnen mit 16,5 Prozent. In der „Softwareentwicklung und Programmierung“ lagen dagegen die Fachkräfte mit knapp 15 Prozent vor den Expert*innen.

Insgesamt zeigt sich, dass Frauen in Informatik- und IKT-Berufen häufiger in höheren Anforderungsniveaus vertreten sind als auf Fachkraftebene. Dieses Muster findet sich nicht nur insgesamt, sondern auch in allen betrachteten IT-Berufsgruppen wieder.

Hinweise zu den Daten

Anleitung zum Download der Grafik und Daten:

Die Grafiken und die zu Grunde liegenden Daten können jeweils durch einen Linksklick auf die drei Striche rechts oben am Rand der Grafik heruntergeladen werden. Bei Weiterverwendung der Grafiken oder Daten bitten wir um Angabe der Quellen. 

Datenquellen:

Beschäftigte in Informatik- und anderen IKT-Berufen insgesamt: Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) 2026: Datenbank Beschäftigung

Anmerkungen:

Die Angaben beziehen sich jeweils auf den Stand im Dezember des entsprechenden Jahres. 

Weitere Informationen und Beispiele bezüglich der Klassifikation der Anforderungsniveaus eines Berufes können der Website der Bundesagentur für Arbeit entnommen werden.