Skip to main navigation Skip to main content Skip to page footer

Ausbildung in der Informatik

Wie hat sich der Frauenanteil in der Informatik-Ausbildung in den letzten zwanzig Jahren entwickelt? Die folgenden Daten geben einen Überblick über die Entwicklung des Frauenanteils seit 2004 und zeigen, welche Unterschiede zwischen verschiedenen IT-Berufsgruppen bestehen.

 

Kaum Bewegung beim Frauenanteil in Informatik-Ausbildungen

Der Frauenanteil in Informatik-Ausbildungen liegt in Deutschland seit 2004 nahezu gleichbleibend bei ungefähr 10 Prozent. Frauen sind im Vergleich zu Männern somit bereits seit 20 Jahren – ohne Verbesserung – deutlich unterrepräsentiert.

Im Jahr 2025 lag der Frauenanteil bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen in der Informatik bei 12,4 Prozent. Verglichen mit dem Anteil aus dem Jahr 2004 von 12,6 Prozent hat sich dieser über die letzten 20 Jahre kaum verändert. Das Niveau von 2004 wurde bislang nicht wieder erreicht. Nachdem der Frauenanteil in den Jahren nach 2004 sogar noch weiter auf ein Minimum von 8,7 Prozent im Jahr 2018 zurückgefallen ist, steigt er seit dem Jahr 2019 zumindest kontinuierlich wieder an.

Bei Betrachtung der absoluten Zahlen ergibt sich ein positiveres Bild. Seit 2004 nehmen immer mehr Frauen und Männer eine Informatik-Ausbildung auf. Absolvierten 2004 noch 1.506 Frauen eine Ausbildung in der Informatik, waren es 2025 bereits 2.091. Die absolute Anzahl von Frauen in Informatik-Ausbildungen stieg in diesem Zeitraum damit um 39 Prozent. Bei den Männern fiel der Anstieg mit 42 Prozent (von 10.425 Auszubildenden im Jahr 2004 auf 14.775 im Jahr 2025) nur geringfügig höher aus. Die ähnlich hohen Veränderungen bei Frauen und Männern im Hinblick auf die absolute Anzahl an Auszubildenden führt dazu, dass der Frauenanteil über die Jahre nicht weiter anstieg.


IT-Berufsgruppen im Vergleich: Frauenanteile bei Ausbildungen überall niedrig

Je nach Ausrichtung der IT-Ausbildung (z.B. IT-Kauffrau oder Fachinformatikerin) unterscheidet sich der Frauenanteil bei neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen deutlich. Die 20 Prozent-Marke wurde jedoch in keiner IT-Berufsgruppe geknackt.

Die Ausbildungsberufe in der Informatik lassen sich vier verschiedenen Berufsgruppen zuordnen, die sich in ihren jeweiligen Arbeitsschwerpunkten unterscheiden. Zur Berufsgruppe „Informatik“ gehört beispielsweise der Ausbildungsberuf „Fachinformatiker*in für Systemintegration“. Der Bereich „IT-Netzwerktechnik, IT-Koordination, IT-Administration und IT-Organisation“ umfasst unter anderem die Ausbildung zur „Fachinformatikerin für Digitale Vernetzung“. In der Berufsgruppe „Softwareentwicklung & Programmierung“ entscheiden sich Auszubildende zum Beispiel für eine Ausbildung als „mathematisch-technische*r Softwareentwickler*in“, während im Bereich „IT-Systemanalyse, IT-Anwendungsberatung und IT-Vertrieb“ beispielshalber eine Ausbildung zur „Kauffrau bzw. Kaufmann für IT-System-Management“ absolviert werden kann.

Die meisten IT-Frauen machten eine Ausbildung in der Berufsgruppe „Informatik“. Im Jahr 2025 begannen dort 1.146 Frauen eine Ausbildung. Mit 10.740 Auszubildenden war die Informatik zugleich die größte Berufsgruppe insgesamt. Der Frauenanteil lag zuletzt bei 10,7 Prozent.

Noch niedriger fiel der Frauenanteil in Ausbildungsberufen der Gruppe „IT-Netzwerktechnik, IT-Koordination, IT-Administration und IT-Organisation“ aus. Dieser Bereich war zugleich der kleinste der vier Berufsgruppen: Von insgesamt 174 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen im Jahr 2025 wurden lediglich 18 von Frauen unterzeichnet, dies entspricht einem Frauenanteil von 10,3 Prozent.

Mehr Frauen zog es in die „IT-Systemanalyse, IT-Anwendungsberatung und der IT-Vertrieb“. Im Jahr 2025 schlossen insgesamt 126 Frauen einen Ausbildungsvertrag ab – ein Anteil von 14,5 Prozent gemessen an allen neu abgeschlossenen Ausbildungen in diesem Bereich.

Die Berufsgruppe „Softwareentwicklung & Programmierung“ wies den höchsten Frauenanteil in den Ausbildungsbereichen der Informatik auf. Knapp jeder sechste Ausbildungsvertrag (15,8 Prozent) wurde 2025 von einer Frau unterschrieben. Damit waren unter den insgesamt 5.085 Auszubildenden in diesem Jahrgang 801 Frauen.


Klarer Aufwärtstrend des Frauenanteils in der Softwareentwicklung und Programmierung

Es gibt keine eindeutige und einheitliche Entwicklung des Frauenanteils bei den Ausbildungen innerhalb der verschiedenen Berufsgruppen der Informatik. Lediglich im Bereich „Softwareentwicklung & Programmierung“ steigt der Frauenanteil seit 2014 deutlich.

In der Berufsgruppe „Informatik“ bewegte sich der Frauenanteil bei Ausbildungen beinahe über den gesamten Zeitraum im einstelligen Bereich. Erst im Jahr 2025 schaffte er den Sprung auf 10,7 Prozent – den bisher höchsten Anteil in diesem Bereich.

Auch wenn sich 2025 immer noch ein hoher Anteil der Frauen für eine Ausbildung in der Berufsgruppe „IT-Systemanalyse, IT-Anwendungsberatung und IT-Vertrieb“ entschieden, hat der Frauenanteil im Laufe der Zeit tendenziell abgenommen: Während im Jahr 2004 noch nahezu ein Viertel der Ausbildungsverträge in dieser Gruppe von Frauen abgeschlossen wurde, betrug die weibliche Beteiligung 2025 nur noch 14,5 Prozent.

Der höchste Anstieg im Frauenanteil bei IT-Ausbildungen war im Bereich „Softwareentwicklung & Programmierung“ zu finden. Gingen im Jahr 2004 nur etwa 10 Prozent der Ausbildungsverträge in dieser Berufsgruppe an Frauen, waren es 2025 bereits 15,8 Prozent.

Von 2024 bis 2025 ist der Frauenanteil bei Ausbildungen in allen IT-Berufsgruppen abgesehen von der „Informatik“ leicht gewachsen. Die „Softwareentwicklung & Programmierung“ stach als beliebteste Berufsgruppe unter den Frauen hervor: sie wies 2025 nicht nur den höchsten Frauenanteil auf, sondern verzeichnete auch den stärksten Anstieg.

Für die Berufsgruppe „IT-Netzwerktechnik, IT-Koordination, IT-Administration und IT-Organisation“ liegen erst seit 2020 Daten vor, so dass die Entwicklung über die Zeit hier nicht abschließend beurteilt werden kann. Von 2021 (nicht grafisch dargestellt) auf 2025 ist eine Erhöhung des Frauenanteils von 7,8 Prozent auf 10,3 Prozent zu beobachten, wobei die absolute Anzahl Frauen bislang konstant unter 30 lag.

Hinweise zu den Daten

Anleitung zum Download der Grafik und Daten:

Die Grafiken und die zu Grunde liegenden Daten können jeweils durch einen Linksklick auf die drei Striche rechts oben am Rand der Grafik heruntergeladen werden. Bei Weiterverwendung der Grafiken oder Daten bitten wir um Angabe der Quellen.

Datenquellen:

  1. Neu abgeschlossene Ausbildungsverträte (2004-2012): Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) 2004-2012: Anzahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge nach Geschlecht in einzelnen Erhebungsberufen, Tabellen 46 (2004-2012), beispielhaft Tabelle für 2012 (Datenstand: 12.12.2012).
  2. Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge (2013-2025): Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) 2013-2025: Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge nach geschlechtsspezifischen Anteilen der Auszubildenden - KldB 2010: Berufsgruppen, Tabellen 223 (2013-2025), beispielhaft Tabelle für 2025 (Datenstand: 05.12.2025).

Anmerkungen:

Zu 1. „Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge (2004-2012)“: Das BIBB stellt in dieser Tabelle die Informationen zu neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen für alle aktuellen Erhebungsberufe mit Vorjahreszahlen nach Geschlecht differenziert dar. Bei den Erhebungsberufen wird nach Zuständigkeitsbereichen und (soweit die Informationen vorhanden sind) auch nach Fachrichtung unterschieden.

Zu 2. „Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge (2013-2025)“: Das BIBB stellt in dieser Tabelle auf der 3. Ebene (Berufsgruppen) der Klassifikation der Berufe 2010 (KldB 2010) geschlechtsspezifische Angaben zu neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen dar (Angabe von Absolutwerten und Anteilen).

Einschränkungen / Brüche in den Daten:

Im Jahr 2020 trat eine Neuordnung der IT-Ausbildungsberufe in Kraft, wodurch die Berufsgruppe „IT-Netzwerktechnik, IT-Koordination, IT-Administration und IT-Organisation“ auch für den Ausbildungsbereich eingeführt wurde. Daten für diese Ausbildungsberufsgruppe wurden daher erst ab 2020 erhoben, sodass die Entwicklung erst ab diesem Zeitpunkt beurteilt werden kann.

Zu beachten ist die niedrige Fallzahl in der Berufsgruppe „IT-Netzwerktechnik, IT-Koordination, IT-Administration und IT-Organisation“ für die ausgewiesenen Jahre. Die Ergebnisse für diese Berufsgruppe sind daher nur eingeschränkt mit denen der anderen Berufsgruppen der Informatik vergleichbar.