Skip to main navigation Skip to main content Skip to page footer

Frauen im Informatik-Studium

Wie hat sich die Zahl der Frauen in der Informatik in den vergangenen Jahren entwickelt? Die folgenden Daten zeichnen nach, wohin der Trend geht – und machen sichtbar, wie sich das klassische Studienfach Informatik und kombinierte Informatikfächer dabei unterscheiden.

Frauenanteil im Studienbereich Informatik steigt, bleibt aber auf niedrigem Niveau

Verglichen mit dem Wintersemester 2000/01 studierten im Wintersemester 2024/25 fast viermal so viele Frauen ein Informatikfach. Die Informatik bleibt trotz dieser Zuwächse männlich dominiert: Zuletzt machten Frauen weniger als ein Viertel der Studierenden aus.

Zwischen 2000 und 2009 lag der Frauenanteil in den Informatikfächern stabil bei rund 15 Prozent. Im Wintersemester 2010/11 überschritt er erstmals seit 1984 wieder die Marke von 16 Prozent (nicht grafisch dargestellt). In den folgenden Jahren stieg der Anteil kontinuierlich weiter an und erreichte im Wintersemester 2024/25 mit 23,2 Prozent seinen bisherigen Höchststand.

Auch bei der Entwicklung der absoluten Zahlen zeigt sich ein positiver Trend: Im Wintersemester 2000/01 studierten gut 16.000 Frauen im Informatikbereich, 2024 waren es über 60.000. Die Zahl der männlichen Studierenden stieg im gleichen Zeitraum von knapp 90.000 auf gut 205.000. Während sich die absolute Anzahl bei den Männern verdoppelt hat, vervierfachte sich die die Anzahl bei den Frauen im gleichen Zeitraum.

Dennoch bleibt der Anteil von Frauen im Informatikstudium weiterhin deutlich geringer als der der Männer.


Die Mischung macht‘s: Kombinationsfächer ziehen mehr Frauen an

In Studiengängen, die Informatik mit Themen wie Medizin, Biologie oder Kommunikation kombinieren, machen Frauen teilweise die Hälfte der Studierenden aus. In den beiden Studiengängen Informatik und Wirtschaftsinformatik ist hingegen nur jede*r fünfte Studierende eine Frau.

Im Wintersemester 2024/25 studierten 30.760 Frauen das Studienfach Informatik. Mit 20,2 Prozent ist dies einer der niedrigsten Frauenanteile unter den betrachteten Studiengängen – auch wenn dies das Informatik-Studienfach mit den meisten Frauen ist.

Ähnlich niedrige Werte ergeben sich in den Kombinationsstudiengängen Wirtschaftsinformatik (mit einem Anteil von 23,4 Prozent und insgesamt 16.000 Studentinnen) und Ingenieurinformatik/Technische Informatik (mit einem Anteil von 18 Prozent und insgesamt 2.860 Studentinnen).

Anders sieht es in der Medizinischen Informatik und Bioinformatik aus: Zwar waren hier insgesamt jeweils nur etwa 3.000 Studierende eingeschrieben, aber fast die Hälfte davon war weiblich. Mit Anteilen um die 47 Prozent wurde beinahe eine ausgeglichene Verteilung erreicht.

Auch in der Computer- und Kommunikationstechnik (mit insgesamt etwas über 7.300 Studierenden) und in der Medieninformatik (mit insgesamt über 16.000 Studierenden) lag der Frauenanteil mit etwa 40 Prozent deutlich höher als im Studienfach Informatik.

Die Zahlen zeigen: Während das Studienfach Informatik trotz hoher Gesamtzahlen männlich dominiert bleibt, zeigen einige Kombinationsfächer, dass eine ausgewogene Beteiligung möglich ist. Frauen sind hier anteilig stärker in den Studiengängen vertreten, die Informatik mit Fächern kombinieren, die auch als eigenständige Studienrichtung mehrheitlich Frauen ansprechen – wie etwa Biologie oder Medizin.


Positive Entwicklungen der Frauenanteile in allen Studienfächern – aber unterschiedlich stark

Seit dem Wintersemester 2000/01 ist der Frauenanteil in allen Informatikstudienfächern gestiegen – allerdings in unterschiedlichem Ausmaß. Während einige Fächer über die Jahre deutliche Zuwächse verzeichneten und sich einer paritätischen Beteiligung nähern, blieb die Entwicklung in anderen Bereichen verhaltener.

Die geringste Veränderung zeigt das Studienfach Informatik. Zwischen 2000 und 2024 stieg der Frauenanteil nur um etwa fünf Prozentpunkte von 15,0 Prozent auf 20,2 Prozent. Zwischenzeitlich sank der Frauenanteil sogar auf 12,8 Prozent im Wintersemester 2010/11.

Mit 25 Prozentpunkten verzeichnete der Studiengang Computer- und Kommunikationstechnik die deutlichste Steigerung seit 2000. Dort erhöhte sich der Frauenanteil von knapp 15 auf 40,3 Prozent.

Ein deutlicher Anstieg ist ebenfalls in der Medieninformatik zu beobachten: Lag der Anteil weiblicher Studierender im Wintersemester 2000/01 noch bei rund einem Viertel, näherte sich dieser bis 2024 der 40 Prozent-Marke an.

In der Bioinformatik, für die erst ab 2010 Daten vorliegen, sind ebenfalls klare Fortschritte erkennbar: dort erhöhte sich der Frauenanteil in 14 Jahren um rund 15 Prozentpunkte – von 32,7 Prozent auf 47,3 Prozent.

Etwas geringer fielen die Veränderungen in der Ingenieurinformatik/Technischen Informatik und der Medizinischen Informatik aus. In beiden Fächern stieg der Frauenanteil zwischen 2000 und 2024 um etwa 10 Prozentpunkte. Während die Medizinische Informatik damit 2024 eine nahezu paritätische Beteiligung von Frauen erreichte, blieb die Ingenieurinformatik/Technische Informatik weit dahinter zurück. Mit einem Frauenanteil von 18 Prozent studierten hier 2024 trotz des Aufwärtstrends die wenigsten Frauen.

Vergleichsweise schwach fiel die Entwicklung in der Wirtschaftsinformatik aus. Dort erhöhte sich der Frauenanteil lediglich von 16,6 Prozent auf 23,4 Prozent.

Hinweise zu den Daten

Anleitung zum Download der Grafik und Daten:

Die Grafiken und die zu Grunde liegenden Daten können jeweils durch einen Linksklick auf die drei Striche rechts oben am Rand der Grafik heruntergeladen werden. Bei Weiterverwendung der Grafiken oder Daten bitten wir um Angabe der Quellen.

Datenquellen:

Studierende in Informatik-Studienfächern nach Geschlecht: Statistisches Bundesamt 2026: Statistik der Studierenden, Tabelle 21311-0003: Studierende: Deutschland, Semester, Nationalität, Geschlecht, Studienfach.

Anmerkungen:

Die Abkürzung WS bezeichnet das Wintersemester.

Einschränkungen / Brüche in den Daten:

Da sich das Studienfach "Bioinformatik" erst gegen Ende der 1990er Jahre etablierte, liegen hier erst ab dem Wintersemester 2001/02 Daten vor.